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„Misswirtschaft beenden, sonst sind Klimaziele nicht zu erreichen“ Wohnungswirtschaft fordert von Olaf Lies einen „Masterplan Wärmewende“ fürs Land

8. September 2026

Hannover. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) fordert Ministerpräsident Olaf Lies auf, schnellstens einen „Masterplan Wärmewende“ für das Bundesland aufzustellen. „Sonst können die ambitionierten Klimaziele der Landesregierung aus unserer Sicht nicht erreicht werden“, meint vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt. Nötig sei ein Schulterschluss von Landesregierung, den kommunalen Spitzenverbänden, der Energie- und Versorgungswirtschaft, der Wohnungswirtschaft, dem Mieterbund sowie Gewerbe und Handwerk, betont die vdw-Chefin in einem Schreiben an Regierungschef Lies.

Weiter schreibt Verbandsdirektorin Dr. Schmitt: „Das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor ist in Niedersachsen in weite Ferne gerückt. Die Dekarbonisierung im Gebäudebestand wird nur erfolgreich sein, wenn wir maßvolle Sanierungen ermöglichen und die Wärmeversorgung mit treibhausgasneutraler Energie organisieren.“

Die 180 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften im vdw wollen die Transformation hin zu einem klimagerechten Gebäudebestand möglichst sozialverträglich gestalten. Das bedeutet: Millionenschwere Investitionen etwa in neue Energie- und Regeltechnik sowie in die Gebäudehülle dürfen nicht zu exorbitanten Mietsteigerungen führen, die Zigtausende Mieterhaushalte finanziell massiv überfordern würden.

„Umso wichtiger ist es, Investitionen so effizient wie möglich zu gestalten. Kein Euro darf verschwendet werden. Doch leider verfolgt die Politik in Bund und Land weiterhin falsche Strategien, die absurd hohe Kosten verursachen. Allein die angestrebte CO2-Vermeidung über Effizienzhausstandards würde Jahr für Jahr bundesweit 263 Milliarden Euro kosten, mit dem wissenschaftlich gestützten Praxispfad CO2-Reduktion läge dieser Betrag bei 96 Milliarden Euro“, stellte Dr. Schmitt klar. Zum Vergleich: Aktuell werden bundesweit jährlich ca. 60 Milliarden Euro in die energetische Modernisierung gesteckt.

In diesem Zusammenhang verweist die Verbandsdirektorin auf den jüngsten Jahresbericht des Niedersächsischen Landesrechnungshofes, der zu der desaströsen Erkenntnis kam, dass lediglich sieben von 100 Landesfördermaßnahmen zum Klimaschutz zur CO2-Einsparung beitragen. Die Rechnungsprüfer mahnen folglich einen „wirtschaftlicheren Klimaschutz“ an.

„Der Masterplan Wärmewende soll diese Misswirtschaft beenden, Vernunft walten lassen und dafür sorgen, dass sich wichtige Wirtschaftszweige hier im Land an konkreten, effizienten und vor allem zielführenden Planungen orientieren können“, unterstreicht Dr. Schmitt. „Es ist höchste Zeit.“

 

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